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Bonny's Schicksal

Noch immer lassen die grausamen Tierquälereien auf der Kanareninsel Lanzarote nicht nach. Dies bestätigte sich noch vor wenigen Wochen erneut. Unser Vorstandsmitglied Frau Erika Oberwinter, aktive Tierschützerin im Tierheim Bielefeld, erhielt von Anita Karar, Mitglied unseres spanischen Schwestervereins, einen dringenden Hilferuf. Ein Hundebesitzer hatte versucht, seinem Tier die Kehle durchzuschneiden. Nach der ersten notdürftigen Verarztung benötigte die Beagle-Mischlingshündin Bonny dringend eine weitere ärztliche Versorgung, die mit den auf Lanzarote zur Verfügung stehenden Mitteln nicht geleistet werden konnte.


Fassungslos über diese schreckliche Nachricht nahm Frau Oberwinter Kontakt zur Vorsitzenden des Tierschutzvereins Bielefeld auf. Frau Lilo Thenhausen sagte sofort eine Aufnahme des Tieres zu. Innerhalb weniger Stunden wurden auf der Urlaubsinsel liebe Menschen gefunden, die sich bereit erklärten, das schwerverletzte Tier auf dem Flug nach Deutschland zu begleiten. Dort wurde Bonny direkt nach der Ankunft in Hannover von Frau Oberwinter in Empfang genommen und in der Hoffnung, dass Bonny geholfen würde, zur Tierärztlichen Hochschule Hannover gebracht.

Trotz aller schlechten Erfahrungen, die sie durchlebt hatte, trotz der Grausamkeiten, die ein Mensch ihr zugefügt hatte, zeigte sich Bonny von Anfang an äußerst anhänglich und liebebedürftig. Schon bei ihrer Ankunft in Hannover schmiegte sie sich so sehr an, als wollte sie ihre Dankbarkeit demonstrieren. Nach zehn Tagen stationärer Behandlung konnte die liebe Hündin in das Bielefelder Tierheim geholt werden, wo sie sofort alle mit ihrem Charme um den Finger wickelte. Innerhalb einer Woche fand sie ein neues Zuhause bei aktiven Mitgliedern des Bielefelder Tierschutzvereins und bereitet ihren neuen Besitzern durch ihr liebes Wesen und ihre Fröhlichkeit sehr viel Freude. Die schlimmen Erlebnisse scheint sie vergessen zu haben, als wäre nie etwas geschehen.

Selbstverständlich wurde gegen den ehemaligen Besitzer, der Bonny so sehr gequält hat, Strafanzeige erstattet. Es bleibt abzuwarten, was dabei herauskommt. Das kanarische Tierschutzgesetz bietet ausreichend Gelegenheit, diesen Tierquäler empfindlich zu bestrafen.

aus "Mensch und Tier" Nr. 2/98